Auf der Rollsportanlage in Großbettlingen haben die Süddeutschen Meisterschaften im Inline-Speedskating stattgefunden. Die TSuGV Großbettlingen hatte die sich um die Ausrichtung beworben und nach einer tollen Vorbereitung einen perfekten Rahmen auf der eigenen 200 m Bahn geboten – einzig das Wetter zeigt sich von seiner launigen kühl-schaurigen Seite.

So fanden etliche Disziplinen während Regen oder auf nassem Asphalt statt. Wie in der Formel 1 wurden Regenrollen montiert, gewechselt auf Rollen für die trockene Bahn und wieder zurück, alle Hände voll zu tun für die Serviceleute, meistens Mamas und Papas. Mittlerweile ist die Süddeutsche Meisterschaft ein Wettbewerb für den Nachwuchs, aus den Senioren- und Mastersaltersklassen nehmen kaum mehr Athleten teil. Da auf die regionale Nachwuchsrennserie “Löwen-Cup” direkt die internationalen Großevents in Geisingen, Groß-Gerau, Gera oder Ostende (BEL) folgen, ist diese Süddeutsche Meisterschaft als eine Zwischenstufe für unseren jungen Talente sehr wichtig. Sie messen sich dort mit Athleten aus Bayern, dem Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Gegenüber dem Pendant im Norden gibt es im Süden deutlich weniger Vereine und auch weniger aktive Läufer. Deshalb freuten sich Veranstalter um Birgit Eppinger am Wettkampftag über 142 Skater.

Die Vereine aus “the Land” haben seit Covid wieder Anschluß an die Deutsche Spitze gefunden und können dort sogar wieder Läufer auf Medaillenplätze bringen. Die Arbeit der ARGE Rollsport mit ihrem Talent- und Landeskaderkonzept zahlt sich aus. Nach wie vor ist es für die Vereine eine der größten Herausforderungen, junge Kids für die Sportart zu gewinnen und Eltern mit zu begeistern – im Wissen, dass die Wettkämpfe nicht um die Ecke stattfinden und ein Race-Day eben einen Tag dauert.

Die Kaderarbeit setzt ab Schüler B (9/10 Jahre) an, deshalb startet der Bericht auch mit dieser Altersklasse: Mara Diener (Neuhausen) überraschte mit Overall Rang vier trotz Sturz ihm Halbfinale der Sprintausscheidung, auf Rang sechs und sieben reihten sich Philippa Eisen (Geisingen) und Diane Krockenburger (Bernhausen), dahinter Henrietta Lau (Großbettlingen) ein. Silvan Kohler (Freiburg) wurde bei den Jungs dritter. Die Altersklasse Schüler A ist weichenstellend für die jungen Speedskater. Ab dieser Klasse dürfen die Sportler zur DM. Amelie Gurk und Alexandra Pilat (beide Geisingen) haben bereits reichlich internationale Erfahrung, die Plätze 1 und 4 für die beiden waren schon erwartungsgemäß und unterstrichen ihre Leistungsfähigkeit im Bereich der Deutschen Spitze. Ein Ausrufezeichen setzte Ida Huber (Neuhausen) mit Platz zwei als Läuferin des jüngeren Jahrgangs, vor allem in den Sprintdisziplinen ist sie besonders stark. Bei den Jungs der Schüler A war Ayush Nandavadekar eine Klasse für sich. Mario Drobnik (Großbettlingen), Lenyo Ahrens (Neuhausen) und Lias Bausinger (Geisingen) landeten am Ende zwar auf Rang zwei, vier und fünf, an den Top-Speed des Großbettlingers kommt aber zur Zeit keiner der drei heran.

Die Altersklasse der Kadettinnen war fest in hessischer Hand, Emma Schröder (Neuhausen) klassierte sich auf Rang 7 als beste BW Läuferin. Bleibt zu hoffen, daß sie sich nach fast sechs monatiger Verletzungspause wieder rasch an ihr Niveau des Vorjahres heranarbeiten kann. Bei den Kadetten hat Baden-Württemberg gleich drei heiße Eisen auf nationalem und internationalem Niveau: Denis Nesvat (Geisingen) wurde zweiter und Jakob Storz (Neuhausen) nach einem Sturz in der Sprintausscheidung dritter. Bleibt auch bei den Kadetten zu hoffen, daß der verletzte Max Schlegel (Neuhausen) bis zur Deutschen Meisterschaft wieder fit ist. Man darf gespannt sein, ob es den dreien gelingt bei der Cadetten-Challenge in Oostende im Nationaldress aufzulaufen.

Bei der weiblichen Jugend konnte Sina Krockenberger (Bernhausen) ihre aufsteigende Form auch bei der Süddeutschen Meisterschaft mit Rang fünf bestätigen. Gleich wie Nele Schuler (Geisingen), einen Platz dahinter suchen beide aber noch Anschluß a die nationale Spitze. Ähnlich geht es auch Maxim Kohler (Freiburg) in der Jugend männlich, der zwar große Fortschritte erzielt, sich aber national mit sehr starken und international erfahreneren Läufern messen muß.

Bei den Junioren waren bei den jungen Damen Clara Kohler (Freiburg) und Daniel Lau (Geisingen) am Start. Clara ist Langestreckenspezialistin und liebt die langen Straßenwettkämpfe, Daniel Lau kämpft um den Anschluß an die Deutsche Spitze. Sieger bei den dünn besetzten Junioren wurde der Ulmer Lorenz Müller, der hofft, vom Deutschen Rollsport und Inline-Verband die Tickets zu den internationalen Großereignisse zu erhalten. Für die Europameisterschaft in Italien sollte das klappen, und es heißt Daumen drücken für die Quali zur Weltmeisterschaft in Paraguay.

Bei der Süddeutschen nicht am Start waren die beiden stärksten Baden-Württembergischen Speedskater Larissa Gaisser (Großbettlingen) und Maurice Marosi (Speedteam Bodensee). Während bei Larissa die Quali für EM und WM wohl klar ist muss Maurice noch hoffen, eines der begehrten und bei den Sprintern hart umkämpftes Ticket zu bekommen.94: Amelie Gurk ist über die Langstrecken Deutsche Spitze!

Foto 1: Amelie Gurk ist über die Langstrecken Deutsche Spitze!

Foto 2: Lokalmathador Ayush Nandavadekar hat seiner Konkurrenz keine Chance gelassen.

Foto 3: Lorenz Müller hatte sich bereits bei den internationalen Wettkämpfen zuvor für die EM qualifiziert.

Text: Thomas Storz

Fotos: Benjamin Lau – Belasport

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