Arena Geisingen schreibt Geschichte: 845 Starter, vier Weltrekorde und ein Abend, der in die Annalen des Inline-Speedskatings eingehen wird.
16.-19.04.2026
Wenn die Weltspitze des Inline-Speedskatings einmal im Jahr an einem einzigen Ort zusammenkommt, dann in Geisingen. Die Arena Geisingen International ist längst mehr als ein Wettkampf – sie ist das Champions-League-Finale der Szene, die Bühne, auf der Weltklasse-Athleten Legenden werden. Und das Team um Veranstalterin Sabine Uhrig sorgt dafür, dass die Messlatte jedes Jahr ein Stück höher liegt.
Rekordanmeldung setzt neue Maßstäbe
Schon vor dem ersten Startschuss wurde klar: 2026 wird ein außergewöhnliches Jahr. Der Andrang war so gewaltig, dass die Veranstalter die Anmeldung erstmals zweiteilen mussten. Zuerst sicherten sich die Weltelite ihre Startplätze – die breite Masse bekam erst danach die Chance auf die verbliebenen Kontingente. Das Ergebnis: Einzelne Altersklassen waren binnen 90 Sekunden restlos ausgebucht, die Wartelisten explodierten. Am Ende strömten 845 Athletinnen und Athletenaus aller Welt in die Geisinger Halle – ein neuer Teilnehmerrekord, der eindrucksvoll beweist, welchen Stellenwert dieses Event weltweit genießt.
Produktion auf Weltklasse-Niveau
Nicht nur auf dem Asphalt, auch hinter den Kulissen läuft die Arena Geisingen International auf Hochtouren. Neun Kamerapositionen, eine spektakuläre Seilkamera und gestochen scharfe Indoor-Drohnenaufnahmen verwandeln den Livestream in ein TV-Erlebnis der besonderen Klasse. Tausende Fans weltweit verfolgten das Geschehen live – und erlebten Interviews mit den Protagonisten hautnah, direkt nach dem Rennen, authentisch und ungefiltert. Das Konzept: Die Sportlerinnen und Sportler stehen im Mittelpunkt. Immer.
Materialduelle und packende Wettkämpfe
Mit Spannung hatte die Fachwelt beobachtet, wie sich die jüngsten Entwicklungen im Rollenmaterialauswirken würden. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: In sämtlichen Altersklassen wurde das Niveau des Vorjahres übertroffen. Die Halle bebte, die Zeiten purzelten – und vier neue Weltrekorde im Dobbin-Sprint krönten ein Wochenende, das seinesgleichen sucht.
Dobbin-Sprint: Das Finale aller Finale
Der Höhepunkt eines jeden Jahrgangs – und auch 2026 hält das Dobbin-Sprintfi nale am Samstagabend, was es verspricht. Auf 200 Meter fliegender Runde, dem schnellsten Moment imInline-Speedskating, trennt sich die Klasse von der Weltklasse. Einen Fehler in der Qualifikation zu erlauben bedeutet: Zuschauen. Der Druck ist immens, die Nerven liegen blank. Bei den Herren ließ der Italiener Vincenzo Maiorca keine Zweifel aufkommen. Mit einer Zeit von 13,655 Sekunden pulverisierte er den bestehenden Weltrekord und feierte einen Triumph, der die Halle zum Toben brachte. Nicht weniger beeindruckend: Fran Vanhoutte bei den Damen. Die Belgierin stoppte die Uhr bei 14,620 Sekunden – ebenfalls Weltrekord. Zwei Läufe, zwei neue Bestmarken. Geisingen in Ekstase.
Baden-Württemberg glänzt auf internationalem Parkett
Aus Sicht des Südwestens war es ein Wochenende zum Genießen. Larissa Gaiser (TSuGVGroßbettlingen) lieferte über alle vier Wettkampftage hinweg konstant auf absolutem Top-Niveauund sicherte sich in der Gesamtwertung einen starken zweiten Platz – lediglich der Überfliegerin Jessica Rodriguez aus Portugal musste sie den Vortritt lassen. Eine Leistung, die Mut macht für EM und WM. Bei den Herren betrat Maurice Marosi (Speedteam Bodensee) erstmals die Königsklasse – und ließ dabei die Arrivierten aufhorchen. Der amtierende Vize-Juniorenweltmeister (OneLap) qualifizierte sich über 500 Meter auf Anhieb für das Finale und verpasste das Podest mit Platz 4 um Haaresbreite. Ein Debüt mit Ausrufezeichen. Ebenfalls stark: Lorenz Müller (VfL Neu-Ulm), der in der Jugendklasse mit Rang 4 in der Gesamtwertung ebenfalls unter die besten der Welt fuhr.
Pech und Pauken bei den Kadetten
Jakob Storz (SAV Neuhausen) zeigte in der Kadettenklasse über weite Strecken des Wochenendes starke Leistungen – doch das Glück war im Dobbin-Sprint nicht auf seiner Seite. Ein beinahe Sturz im Vorlauf, kostete ihn die Chance aufs Finale. Bitter – aber der Ehrgeiz für die nächste Saison dürfte nur gewachsen sein. Das Highlight aus Kadettenklasse lieferte indes **Amelie Gurk (arena geisingen InlineSport) **ab. Die junge Athletin, die von der Schüler-A-Klasse in die Kadetten hochstartete, schaffte sensationell den Einzug ins A-Finale und war auf der Langstrecke die schnellste Deutsche überhaupt. Ein Name, den man sich merken sollte.
Fazit: Der Südwesten ist angekommen
Das Niveau der übrigen Baden-Württembergischen Starterinnen und Starter unterstrich einmal mehr: Die Nachwuchsarbeit trägt Früchte. Immer mehr Athletinnen und Athleten aus dem Südwesten halten auf internationalem Parkett mit – und manche übertreffen die Erwartungen sogar. Wenn das kein Ausblick auf eine erfolgreiche EM- und WM-Saison ist.
Die Arena Geisingen International 2026 – ein Wochenende, das bleibt.
Text: Andreas Ratzke
Foto: Andreas Ratzke
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