Bereits bei den Bahnwettbewerben der Inline-Speedskating-Weltmeisterschaften in Beidaihe, China, konnten die Sportler der ARGE Rollsport BaWü (Larissa Gaiser, Camilo Acosta und Maurice Marosi) mit TOP-5- und TOP-10-Platzierungen starke Leistungen zeigen. Allerdings fehlten stets Kleinigkeiten oder Sekundenbruchteile zu den Medaillenrängen.
Das sollte sich auf dem Straßenkurs ändern.
Doch der Reihe nach:
Nach dem Pausetag am Mittwoch, der für Training auf dem kurvenreichen Rundkurs genutzt wurde, standen am Donnerstag zunächst die 100-m-Wettbewerbe für die Sprinter auf dem Programm. Hier war mit Maurice Marosi ein Sportler aus Baden-Württemberg bei den Junioren gemeldet. Er lief seinen Qualifikationslauf jedoch nicht voll aus, qualifizierte sich dementsprechend nicht für die nächste Runde und schonte Kräfte für den One-Lap-Wettbewerb am Folgetag.
Am Freitag griffen dann auch wieder die Langstreckler ins Geschehen ein. In den Punkterennen über 10 km stand zunächst die Qualifikation an, in der sich Larissa Gaiser bei den Seniorinnen souverän für das Finale qualifizieren konnte.
Maurice Marosi startete bei den Junioren im One-Lap-Sprint. Er gewann sowohl seinen Vorlauf als auch das darauffolgende Viertelfinale und sicherte sich damit einen Platz im Halbfinale. Am Nachmittag folgte das Halbfinale: Gegen die starke Konkurrenz aus Kolumbien, Chinese Taipei und Italien setzte sich Maurice durch und gewann auch dieses Rennen. Damit sicherte er sich die beste Ausgangsposition fürs Finale – ein taktisch wichtiger Vorteil, da die Halbfinal-Sieger ihre Startposition im Endlauf zuerst auswählen dürfen.
Im Finale über die 10 km Punkte blieb Larissa zunächst unauffällig und holte einen Punkt in der Anfangsphase. Gemeinsam mit ihrer deutschen Teamkollegin arbeitete sie taktisch clever im Feld. Sieben Runden vor Schluss setzte sie sich an die Spitze und sammelte weitere Zähler. Die Zusammenarbeit funktionierte hervorragend, sodass der Abstand zur direkten Konkurrenz gering blieb. In der letzten Runde war Larissa dann auf sich allein gestellt: Vorne das Trio mit zwei Französinnen und einer Chinesin, sie rund 50 Meter dahinter. Doch mit einer unglaublichen Schlussrunde schloss Larissa die Lücke, übersprintete das Führungstrio auf den letzten Metern, überquerte als Erste die Ziellinie, holte drei weitere Punkte – und sicherte sich am Ende die Silbermedaille. Damit wiederholte sie ihren Vize-Weltmeistertitel aus 2024 in derselben Disziplin. Es war die erste Silbermedaille für Deutschland bei dieser WM und die zweite Medaille insgesamt nach Bronze am Vortag.
Direkt danach folgte das One-Lap-Finale der Junioren-Herren mit Maurice Marosi gegen starke Konkurrenz aus Kolumbien und Indien. Mit einem fantastischen Start ging Maurice als Führender in die erste Kurve, kontrollierte das Rennen und hielt die Gegner dicht hinter sich. Auf der letzten Geraden – 100 Meter Vollsprint bis ins Ziel – musste er sich nur knapp einem Kolumbianer geschlagen geben. Silber für Maurice! Der zweite Vize-Weltmeistertitel für die ARGE Rollsport BaWü innerhalb weniger Stunden – ein wahrlich historischer Erfolg. Selbst Kommentator Thomas Storz wechselte im englischsprachigen Livestream kurz ins Deutsche, um diesen Moment gebührend zu feiern.
Am Ende der Weltmeisterschaften erreichte das deutsche Team insgesamt 4 Medaillen (3× Silber, 1× Bronze) – mit einem starken Anteil unserer Sportlerinnen und Sportler aus Baden-Württemberg.
Wir sind unheimlich stolz auf euch!
Text und Foto: Ralf Marosi (Leistungssportkoordinator Speedskating, ARGE BaWü)
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