Kür von Tanja Baensch und Patrick als Höhepunkt der Meisterschaften -
In der wunderschönen neuen Trudl-Kämer Rollsportanlage in Winnenden fanden Anfang Juli die Württembergischen Rollkunstlaufmeisterschaften statt. Weit über 100 Rollsportler aus 13 Vereinen wollten bei der Medaillenvergabe mitmischen und sich für die Süddeutschen Meisterschaften in Oberramstadt und die Deutschen Titelkämpfe in Harsefeld qualifizieren.
Ohne Konkurrenz mussten die deutschen Paarlaufmeister Tanja Baensch und Patrick Friede (RKV Bad Friedrichshall) antreten. Ihre Paarlaufkür wurde trotzdem zum Höhepunkt aller Wettbewerbe. Einheitliche Wertungen der Jury von 9,5 zeigten die absolute Klasse des Paares, das Ende Juli bei den Europameisterschaften in Monza die deutschen Farben vertreten wird.
Bei der Meisterklasse Damen gab es bereits zu Beginn eine dicke Überraschung. Konnte doch Tanja Pappert beim Pflichtwettbewerb mit ihren präzisen Pflichtfiguren die Favoritin Stefanie Lell mit einem halben Punkt Vorsprung auf Platz zwei verweisen und die Goldmedaille holen. Die Dritte des Heilbronner Trios Nadja Schulze gewann Bronze vor Sandra Lünig (RKV Bad Friedrichshall). Im Kürlaufen spielte dann Stefanie Lell ihre Stärke aus. In der außergewöhnlichen Kür-Choreographie auf das Thema „Traum eines Kindes“ überzeugte sie vor allem mit den besonders schwierigen Hake-Waagepirouetten, mit denen sie auch international wieder punkten wird. Sie ist ebenso wie Baensch/Friede bereits zur Europameisterschaft nominiert. Aber auch Doppel-Axel und Dreifachflip brachten ihr Punkte und die Goldmedaille vor Tanja Pappert, die sich hervorragend präsentierte. Kür-Bronze ging überraschend an Julia Schulze, die ein Jahr pausiert hatte und es jetzt nochmals in der Kür wissen wollte. Sie konnte ihre fünf Jahren jüngere Schwester Nadja Schulze mit zwei Punkten Vorsprung auf Platz vier verweisen. In der Kombination der Damen-Elite gab es dann klare Ergebnisse mit Stefanie Lell (400,30), Tanja Pappert (384,7) und Nadja Schulze (345,7). Nadja, die national und international noch zur Juniorenklasse gehört, wurde vom deutschen Verband in der Kombination ebenfalls zur Europameisterschaft gemeldet.
In der Meisterklasse Herren waren nur zwei Heilbronner am Start und auch hier gab es ein überraschendes Pflicht-Ergebnis, denn der Junioren-Weltmeister und Topfavorit Christian von Känel konnte sich nur mit fünf Punkten Vorsprung vor Fabian Siuda platzieren. Noch enger wurde es im Kür-Wettbewerb, in dem sich die beiden nichts schenkten. Die Nervosität war deutlich zu spüren, sodass sich jeweils bei den Dreifachsprüngen Stürze und Patzer einschlichen und die Wertungen entsprechend niedrig waren. Mit zwei Punkten Vorsprung gewann Christian von Känel die Goldmedaille in der Kür vor Fabian Siuda und damit auch den Kombinations-Titel.
Für eine erfreuliche Auflockerung der Meisterschaften sorgte der Wettbewerb der Show-Gruppen, an dem zum ersten Mal mit Vanessa Northe, Kathrin Schaal, Julia Schulze und Franziska Stegmaier auch ein Quartett einer Kooperation des REV Heilbronn und dem RMSC Heinriet teilnahm. Die ehemaligen Spitzenläuferinnen präsentierten nach James-Bond-Manier eine spritzige Show und verwiesen das Quartett des RRV Eppingen mit Franziska Budig, Yvonne Frank, Jennifer Kienzle und Yvonne Schmid auf Platz zwei.
Im attraktiven Formationslaufen konnten 16 junge Damen von der SV Winnenden, die „Sparkling Wheels, besonders viel Beifall ernten. Die neue gut aufgebaute Kür nach fetziger Rock’n-Roll-Musik riss die begeisterten Zuschauer mit. Ebenfalls aus Winnenden kamen die sieben Solotänzerinnen, die in ihren jeweiligen Alterskategorien gekonnt ihre Pflicht- und Kürtänze absolvierten.
In der Jugendklasse gewann Jana Kopp (REV Heilbronn) dreimal Gold, nachdem sie Pflicht, Kür und Kombination für sich entscheiden konnte. Zweite im Pflichtwettbewerb wurde Carolin Nuffer, die in Kür und Kombination mit Platz vier vorlieb nehmen musste. Madeleine Franz (RKV Neckarweihingen) gewann Silber in Kür und Kombination, während Sabrina Bischof (SSV Ulm) dritte wurde. Bei den Jugend Herren startete der deutsche Jugendmeister des vergangenen Jahres Markus Lell (REV Heilbronn) nur im Pflichtlaufen, während Fabian Reichle (RKV Bad Friedrichshall) nur im Kür-Wettbewerb antrat. Beide wurden mit soliden Leistungen Erste..
Bei den Schülern A (Jahrg.92/93) war es eine klare Sache für die kürstarke Katharina Nagel (REV Heilbronn), die vor allem in ihrem Kürprogramm mit Höchstschwierigkeiten wie Doppelaxel und Dreifachsprüngen glänzte und alle drei Wettbewerbsteile gewann. Auch bei den Schülern B (Jahrg.94/95) ließen die REV-Talente nichts anbrennen. Diana Kalikhman wurde in Pflicht, Kür und Kombination jeweils Erste gefolgt von Isabelle Haag. Wobei Diana vor allem in ihrer fehlerfreien mit viel Ausstrahlung vorgetragenen Kurzkür von sich reden machte und entsprechend punktete. Dritte wurde hier im Pflicht-Wettbewerb Natalie Hetwer (RSV Schwaikheim). Bei den Schülern C (Jahrg.96/97) war Philipp Mähner vom RKV Eppingen erfolgreich, ebenso wie seine Vereinskameradin Anna-Maria Liusias.
Im Rahmen der Meisterschaft wurde ein Breitensport-Wettbewerb in den vier Kategorien Cup, Nachwuchsklasse, Kunstläufer und Figurenläufer durchgeführt, bei dem von zahlreichen jungen Sportlern ebenfalls hart um Punkte und Medaillen gerungen wurde. Hier ging es gleichzeitig um die Nominierungen zum 1.Bundes-Breitensportpokal, der im September in Bad Friedrichshall ausgetragen wird.
(ssl)